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Tipps und Inspiration

Blumen und ihre Bedeutung: ein kleiner Leitfaden zur Blumensprache

Von Ma-Broche.fr· 30. September 2026
Blumen und ihre Bedeutung: ein kleiner Leitfaden zur Blumensprache

Rosen, Vergissmeinnicht, Kornblumen oder Chrysanthemen: was die beliebtesten Blumen und Farben bedeuten, woher die Blumensprache kommt und welche Gepflogenheiten man in Deutschland beim Schenken kennen sollte.

Blumen und ihre Bedeutung: Fast jeder kennt ein paar Regeln, etwa rote Rosen für die Liebe oder das Vergissmeinnicht für die Erinnerung. Diese Blumensprache war im 19. Jahrhundert eine echte Mode, und die kleinen Blumenlexika jener Zeit waren sich längst nicht immer einig. Wenn du sie heute nutzen möchtest, hilft ein einfacher Weg: Überlege zuerst, was du sagen willst, wähle dann eine Blume mit einer weithin bekannten Bedeutung und lass Farbe und ein paar geschriebene Worte den Rest erledigen. Hier findest du ein kleines Lexikon der beliebtesten Blumen, die Bedeutung der Farben und die Gepflogenheiten, die man in Deutschland kennen sollte.

Woher die Blumensprache kommt

Der Selam, ein Spiel aus Konstantinopel

Dass ein Strauß eine Botschaft tragen kann, ist eine alte Idee. Die Blumensprache, wie wir sie kennen, ist dagegen recht jung. 1718 beschrieb die englische Adlige Lady Mary Wortley Montagu in einem Brief aus Konstantinopel den Selam: ein Spiel verschlüsselter Botschaften, bei dem eine Blume, eine Frucht oder ein Gewürz auf einen Vers verwies. Ihre Briefe erschienen 1763 als Turkish Embassy Letters und beflügelten ganz Europa, obwohl dieser Code nie nur aus Blumen bestand.

Von Goethe bis zum Biedermeier

Auch Goethe ließ sich davon faszinieren: In den Noten und Abhandlungen zu seinem West-östlichen Divan (1819) widmet er dem orientalischen „Blumen- und Zeichenwechsel" ein eigenes Kapitel. Im selben Jahr erschien in Paris Le Langage des Fleurs von Charlotte de La Tour, einem Pseudonym, hinter dem bis heute nicht sicher ein Name steht. Das Buch wurde vielfach übersetzt und bearbeitet. Die Online-Ausstellung Written in Petals der Bibliothek der Cornell University stellt es als eines der ersten Bücher vor, die sich ganz diesem Thema widmen.

In der Biedermeierzeit gehörten Blumenlexika dann in viele bürgerliche Haushalte, und kleine Sträußchen ersetzten so manchen Liebesbrief. Japan kennt übrigens ein ganz eigenes System, das Hanakotoba, mit teils völlig anderen Bedeutungen. Einen einzigen, verbindlichen Code hat es also nie gegeben.

Kleines Lexikon der beliebtesten Blumen

Rote Rose, Maiglöckchen, Margerite, Iris und Fliederzweig nebeneinander, von oben fotografiert
Rose, Maiglöckchen, Margerite, Iris und Flieder: Liebe, Glück, Natürlichkeit, gute Nachricht und erste Verliebtheit.

Die Tabelle fasst die Bedeutungen zusammen, die heute am häufigsten genannt werden, mit einem praktischen oder historischen Hinweis.

BlumeWas sie sagtGut zu wissen
RoseLiebe, je nach Farbe mit NuancenRot für Leidenschaft, Weiß für Reinheit, Rosa für Zuneigung
TulpeEine Liebeserklärung, FrühlingsfreudeDie Farbe verändert die Botschaft stark
MargeriteUnschuld, NatürlichkeitDie Blume des „Er liebt mich, er liebt mich nicht"
MaiglöckchenWiederkehrendes GlückEin Frühlingsgruß, aber giftig: nicht in Kinderhände
VergissmeinnichtTreue ErinnerungDer Name ist Programm
Stiefmütterchen„Ich denke an dich"Im Französischen heißt es pensée, also Gedanke
VeilchenBescheidenheit, stille LiebeEin Klassiker der Biedermeiersträußchen
KornblumeTreue, BeständigkeitLieblingsblume Kaiser Wilhelms I.
IrisEine Botschaft, gute NachrichtBenannt nach der Götterbotin der Griechen
FliederErste VerliebtheitLila Flieder gilt als der romantischste
SonnenblumeBewunderung, TreueVerbunden mit Klytia, die der Sonne nachblickte
EdelweißMut, Liebe, SeltenheitSymbol der Alpen und geschützt
NelkeBewunderung, VerbundenheitRote Nelken gehörten zum 1. Mai und zum Frauentag
PfingstroseWohlstand, FülleIn China besonders geschätzt
ChrysanthemeErinnerung an VerstorbeneTypischer Grabschmuck zu Allerheiligen

Die Rose, die am stärksten codierte Blume

Die Rose lohnt einen zweiten Blick, denn keine Blume ist so stark codiert: Die Farbe zählt, die Anzahl der Stiele ebenfalls. Wenn du zwischen zwei Tönen schwankst, erklärt unser Beitrag zur Bedeutung roter und weißer Rosen die Unterschiede und wie viele du schenken kannst.

Die Kornblume, Preußens blaue Blume

Und die Kornblume? Sie war in Preußen fast ein Nationalsymbol. Der Legende nach flocht Königin Luise auf der Flucht vor Napoleon ihren Kindern Kränze aus Kornblumen, und ihr Sohn Wilhelm I. behielt die Blume ein Leben lang als Liebling. Die Romantik machte zudem die „blaue Blume" aus Novalis' Romanfragment Heinrich von Ofterdingen (1802) zum Sinnbild der Sehnsucht.

Was die Farben bedeuten

Wenn du die Bedeutung einer bestimmten Blume nicht kennst, gibt die Farbe schon einen guten Hinweis. Diese Lesarten sind heute in Deutschland am verbreitetsten:

  • Rot: Liebe, Leidenschaft, Mut. Die deutlichste Farbe, am besten für Botschaften, zu denen du stehst.
  • Rosa: Zuneigung, Dankbarkeit, Zärtlichkeit. Ideal, um Danke zu sagen oder zu gratulieren.
  • Weiß: Reinheit, Respekt, Neubeginn. Beliebt bei Hochzeiten und bei Trauerfloristik.
  • Gelb: heute Freude und Freundschaft, früher auch Eifersucht und Neid.
  • Orange: Begeisterung, Energie, Wärme.
  • Lila und Violett: Bewunderung, Geheimnis, manchmal Trauer.
  • Blau: Ruhe, Vertrauen, Sehnsucht. In der Natur selten, deshalb etwas Besonderes.

Eine Blume, viele Botschaften

Ein und dieselbe Blume kann also ganz unterschiedlich wirken. Die Tulpe ist das beste Beispiel: Rot erklärt sie ihre Liebe, Rosa bedankt sie sich, Gelb verbreitet gute Laune. Die ganze Palette findest du in unserem Ratgeber zur Bedeutung der Tulpenfarben.

Ein bunter Strauß verwischt die Botschaft ganz bewusst, und das ist oft ein Vorteil. Zartes Rosa mit Weiß sagt einfach „Ich denke an dich", ohne etwas zu fordern.

Gepflogenheiten, die man in Deutschland kennen sollte

Manche Regeln stehen in keinem alten Lexikon und zählen im Moment des Schenkens trotzdem mehr.

Blumen werden ausgepackt überreicht. So will es der klassische Knigge: Das Papier nimmt man vor der Tür ab. Folie oder eine dekorative Manschette darf heute oft bleiben, wenn der Strauß so gebunden wurde.

Rote Rosen sind der Partnerin oder dem Partner vorbehalten. Der Gastgeberin, der Kollegin oder der Schwiegermutter schenkt man besser gemischte Farben.

Chrysanthemen gehören auf den Friedhof. In vielen Regionen schmücken sie zu Allerheiligen und im November die Gräber. Als Mitbringsel kommen sie deshalb nicht überall gut an.

Ein kleiner Strauß hat traditionell eine ungerade Zahl an Blumen. Das ist eher Gewohnheit als Pflicht und spielt bei üppigen Sträußen keine Rolle.

Und der Mohn? Hierzulande steht der Klatschmohn vor allem für Sommer, Kornfelder und die Schönheit des Augenblicks, in Großbritannien dagegen für das Gedenken an die Kriegstoten, seit die Royal British Legion 1921 ihren ersten Poppy Appeal veranstaltete. Mehr dazu liest du in unserem Artikel über die Symbolik des Mohns.

Mit Blumen etwas sagen

Du musst nicht das ganze Lexikon beherrschen, um einen Strauß mit Bedeutung zu verschenken. Drei Schritte genügen.

  1. Fasse deine Botschaft in einem Satz zusammen: „Danke", „Ich bin für dich da", „Ich liebe dich", „Herzlichen Glückwunsch".
  2. Wähle eine Hauptblume mit bekannter Bedeutung und eine Farbe, die in dieselbe Richtung geht.
  3. Schreib es auf die Karte. Niemand muss die Blumensprache kennen, und ein paar Worte verhindern Missverständnisse, gerade bei gelben Blumen.
Du möchtest sagenHäufig gewählte BlumenFarben
Ich liebe dichRose, TulpeRot
DankeRose, PfingstroseRosa, Pfirsich
Ich denke an dichVergissmeinnicht, Stiefmütterchen, FliederBlau, Lila
GlückwunschIris, SonnenblumeGelb, Blau, Orange
Ich bin für dich daWeiße Rose, MargeriteWeiß, sanfte Töne
Wir sind FreundinnenMargerite, RoseGelb, Rosa

Am schönsten ist oft einfach die Lieblingsblume des Menschen, dem du sie schenkst, ganz gleich, was das Lexikon sagt. Die Blumensprache soll inspirieren, nicht prüfen.

Ein Symbol, das nicht verwelkt

Goldfarbene Margeritenbrosche am Revers einer beigen Jacke
Eine Margerite, die nie verwelkt: Natürlichkeit, die dich das ganze Jahr begleitet.

Ein Strauß hält eine Woche, ein Symbol kann dich viel länger begleiten. Nichts spricht dagegen, eine Blume wegen ihrer Bedeutung auszuwählen und sie bei dir zu tragen: eine Margerite für Natürlichkeit, eine Sonnenblume für Lebensfreude, einen Mohn für den Sommer.

Genau darum geht es bei unseren Broschen mit Blumenmotiven: Margeriten, kleine Sträuße und farbige Blüten, die am Revers, am Mantelkragen oder auf einem Tuch sitzen und ihre Botschaft behalten, ohne je zu verwelken.

Blumen sind übrigens nicht die einzigen Motive mit Geschichte: Der Lebensbaum steht für Familie und Wurzeln, der Schmetterling für Verwandlung.

Kurz zusammengefasst

Die Blumensprache ist ein poetisches Erbe des 19. Jahrhunderts und kein offizieller Code. Merk dir die Bedeutungen, die fast alle teilen: rote Rosen für die Liebe, Vergissmeinnicht und Stiefmütterchen für die Erinnerung, Sonnenblumen für die Freude. Lass Chrysanthemen als Geschenk lieber weg, pack den Strauß vor der Tür aus und schreib immer ein paar Worte dazu, die sagen, was die Blume nur andeutet.

Und wenn dich eine Blume schon lange begleitet, findest du sie vielleicht unter den Motiven von Ma Broche, zum Tragen das ganze Jahr über.

Häufige Fragen

Welche Blume steht in der Blumensprache für Liebe?▾

Die rote Rose ist nach wie vor das deutlichste Symbol leidenschaftlicher Liebe. Eine rote Tulpe wirkt eher wie eine Liebeserklärung, lila Flieder erzählt von erster Verliebtheit. Für eine zarte oder junge Liebe greifen viele lieber zu rosa Rosen.

Welche Blume symbolisiert Freundschaft?▾

Am häufigsten genannt werden gelbe Rosen, die ihre alte Bedeutung von Eifersucht weitgehend verloren haben, und Margeriten für ihre Natürlichkeit. Ein fröhlicher bunter Strauß mit persönlicher Karte passt genauso gut.

Welche Blumen sollte man in Deutschland besser nicht verschenken?▾

Chrysanthemen erinnern an Allerheiligen und Grabschmuck und sind als Mitbringsel heikel. Rote Rosen sind der Partnerin oder dem Partner vorbehalten. Und nach klassischem Knigge überreicht man Blumen ohne Papier.

Ist die Blumensprache überall gleich?▾

Nein. Schon die Lexika des 19. Jahrhunderts widersprachen sich, und Japan hat mit dem Hanakotoba ein eigenes System. Die Chrysantheme etwa ist hier ein Grabschmuck, in Japan dagegen kaiserliches Wappen.

Welche Blume sagt „Ich denke an dich"?▾

Vergissmeinnicht und Stiefmütterchen sind am deutlichsten, das Stiefmütterchen heißt auf Französisch sogar „Gedanke". Auch lila Flieder passt zu einer liebevollen, dezenten Botschaft.

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